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25. Sommerakademie 2011

25. Sommerakademie der KMBÖ

Bei der 25. Sommer- akademie der Katholischen Männer- bewegung Österreichs (KMBÖ) wurde über „Tabus – Worüber wir nicht reden (wollen)“ diskutiert. Von 13. bis 16. Juli 2011 nahmen über hundert Männer und Frauen an dieser Sommerakademie im Burgenländischen Kurort Bad Tatzmannsdorf teil. „Ein Jubiläum, auf das wir stolz sind.

Die 25. Sommerakademie sagt uns, das diese Veranstaltung eine beachtliche Tradition hat, und ich glaube, dass sie auch eine beachtliche Wirkgeschichte nachweisen kann“, erklärte der Vorsitzende der KMBÖ Leopold Wimmer. Auch zahlreiche TeilnehmerInnen aus der Diözese St. Pölten wurden in diesen Tagen ermutigt, selbstbewusst Standpunkte zu beziehen. Das Abendlob am Eröffnungstag wurde von der KMB St. Pölten gestaltet.

Natürliche Tabus

Das Einführungsreferat hielt die Psychoanalytikerin und Juristin Rotraud Perner über "Sinn und Unsinn von Tabus". Sie unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Tabus. Natürliche Tabus seien dort, wo einem etwas kostbar ist: "Dort nähern wir uns mit Scheu und Ehrfurcht." In der Erzählung von Mose beim brennenden Dornbusch werde dies deutlich. Das setze ein Gefühl für die Situation voraus, es erfordere Aufmerksamkeit und Behutsamkeit. "Doch in den Medien zählt dies nicht. Durchsetzungskraft, respektlose Verletzung und Überwindung werden als Vorbild hingestellt", so Perner.

Künstliche Tabus

Bei künstlichen Tabus gebe es keine selbstbestimmte Scheu der Annäherung, sondern jemand anderer sagt, du darfst nicht: "Jemand hat Interesse daran, dass man nicht die volle Wahrnehmung hat. Natürliche Tabus dienen dem Leben, künstliche sind Teil einer Kultur des Todes", erklärte Perner. Sie zeigte auf, wie wichtig es ist, künstlichen Tabus Namen zu geben: Seit es etwa die Begriffe "Stalking, Burnout oder Mobbing" gebe, bestehe auch die Möglichkeit, sich aktiv damit auseinanderzusetzen und Position zu beziehen.

Tabus im privaten, gesellschaftlichen und kirchlichen Umfeld

Über den Tod an Europas Außengrenzen sowie die Behandlung von Asylsuchenden in Österreich sprachen der Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel und Mary Kreutzer, Journalistin und Leiterin von Missing Link. Zu Fragen der Kirche standen der Religionspädagoge Anton Bucher, der Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger sowie die Ehe- und Familienberaterin Karin Remsing als Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zur Verfügung.

Arbeitsschwerpunk

Die Themen der Sommerakademie werden der Schwerpunkt in der Pfarrarbeit des kommenden Arbeitsjahres in den Gruppen der Katholischen Männerbewegung sein. Der diözesane Start wird bei der Herbstkonferenz der KMB am 17. September 2011 im Bildungshaus Stift Zwettl sein.