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Romero-Preis-Verleihung 2012

Romero-Preis an Pfarrer Martin Römer

Der Priester und Missionar Martin Römer aus der Diözese St. Pölten wurde mit dem angesehenen „Romero-Preis“ der Katholischen Männerbewegung und SEI SO FREI ausgezeichnet.

 

Diözesanbischof Klaus Küng und der Obmann der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) Leopold Wimmer überreichten im Rahmen eines Festaktes im Stadtsaal St. Pölten diesen mit 10.000 Euro dotierten Preis. In Anwesenheit des mexikanischen Botschafters Alejandro Diaz wurde der aus Groß Siegharts gebürtige Waldviertler für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Ärmsten im Süden von Mexiko City geehrt. Römer betonte, er wolle den Preis „nicht nur für mich annehmen, sondern für alle die mich unterstützen und mir Rückhalt geben.“

 

 

„Wir haben zwar einen Mangel an Priestern“, sagte Bischof Küng, „es freut mich jedoch immer, wenn ein Priester den Entschluss fasst, als Missionar zu wirken.“ Als Martin Römer das letzte Mal seinen Einsatz in Mexiko verlängern wollte, habe er „sofort und gerne eingewilligt“. „Wir sind stolz auf einen Niederösterreicher, der in die Welt hinausgeht, um sie zu verbessern“, sagte der NÖ Landtagsabgeordnete Franz Grandl in Vertretung von Landeshauptmann Pröll. Ein Einzelner könne zwar die Welt nicht retten, aber dazu beitragen, dass sie gerechter werde. „Er tut, was nottut“, wie Diakon Peter Zidar, ein enger Freund und Unterstützer Martin Römers sagte.

 

 

Es sei schwer gewesen, den Preisträger auszuwählen, so KMBÖ-Vorsitzender Wimmer, da es immer zahlreiche Personen gebe, die würdig sind. „Solange es Menschen gibt, die Liebe brauchen, ist es uns wichtig, Hilfe zu geben.“ Täglich würden tausende Menschen an Hunger sterben; solange dieser „Skandal“ bestehe, müssten sowohl Hilfe als auch Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. In diesem Zusammenhang kritisierte Wimmer die verantwortlichen Politiker, dass Österreich noch immer nicht seinen internationalen Verpflichtungen zur Entwicklungszusammenarbeit nachkomme: Der „bescheidene“ Prozentsatz von 0,3% des BIP müsse endlich auf die vertraglich vereinbarten 0,7% angehoben werden. Wimmer: „Unsummen werden zur Rettung von Banken und Vermögen ausgegeben; gleichzeitig wird gesagt, dass für Entwicklungszusammenarbeit kein Geld da ist.“

 

Aufbau der Caritas in der bevölkerungsreichsten Diözese der Welt
Martin Römer wurde 1993 in St. Pölten zum Priester geweiht. Im selben Jahr besuchte er den mexikanischen Jesuiten Roberto Guevara, der für Menschen, die auf Müllhalden leben, sorgt. Ein Unfall während einer Bergtour am Popocatepetl in 5.300 Meter Höhe ließ in ihm den Entschluss reifen, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. „Mir wurde bewusst, dass mein Platz dort war – bei den Armen in Mexiko City“, schilderte Römer.

 

1995 übernahm er die Pfarre San Martin de Porres in Chimalhuacan und arbeitete mit Pater Guevara zusammen. Nach mehreren Jahren Seelsorge in Mexiko kehrte er in die Diözese St. Pölten zurück. Seit 2003 ist Römer ständig in Mexiko im Einsatz, um „den Vergessenen der Gesellschaft zu helfen“. Er gründete die Emmaus-Gemeinschaft in Mexiko City, die Behinderte und Greise unterstützt. 2004 erwarb die Gemeinschaft für deren Betreuung ein Haus in der Pfarre San Miguel Topilejo. Sein aktuelles Projekt ist der Aufbau der Caritas im „Vikariat Süden/8“ von Mexiko City – mit neun Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Diözese der Welt. Martin Römer wurde und wird u.a. durch die Fastenaktion der Diözese St. Pölten, durch die Katholische Männerbewegung sowie durch private Initiativen und Einzelpersonen unterstützt.

 

Der an den salvadorianischen Märtyrerbischof Oscar Romero erinnernde „Romero-Preis“ wird seit 1980 von der Katholischen Männerbewegung an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise für Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzen. Der "Romero-Preis" ist Österreichs wichtigste Auszeichnung für herausragende Leistungen für Gerechtigkeit und Entwicklung in den Ländern des „Südens“. Unter den Preisträgern finden sich Persönlichkeiten wie Bischof Erwin Kräutler und Waris Dirie. Zwei weitere Priester aus der Diözese St. Pölten haben bereits den „Romero-Preis“ erhalten, die Missionare Helmut Buchegger (1984) und Josef Pichler (2002), die auch der Ehrung Martin Römers beiwohnten.